Mord im TikTok-Livestream – Der Fall Valeria Márquez
Blossom The Beauty Lounge, Colonia Real del Carmen, Zapopan, Jalisco · Mexiko · 2025
Mexikanische Beauty-Influencerin mit über 113.000 TikTok-Followern, Siegerin von „Miss Rostro 2021“ und Inhaberin eines Kosmetiksalons. Gestorben im Alter von 23 Jahren.
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Am Abend des 13. Mai 2025 wird die 23-jährige Beauty-Influencerin Valeria Márquez in ihrem Kosmetiksalon in Zapopan im mexikanischen Bundesstaat Jalisco erschossen – während sie live auf TikTok streamt. Ihre Zuschauer werden Zeugen der Tat.
Atziri Valeria Márquez López, geboren am 14. Februar 2002 in Guadalajara, teilte auf TikTok und Instagram Videos zu Make-up, Beauty und Lifestyle; allein auf TikTok folgten ihr mehr als 113.000 Menschen. 2021 gewann sie den Schönheitswettbewerb „Miss Rostro“, später eröffnete sie den Salon „Blossom The Beauty Lounge“ in einem Einkaufszentrum der Colonia Real del Carmen.
Im Livestream sitzt sie an einem Tisch und hält ein rosa Plüschschwein, das ihr kurz zuvor ein Bote gebracht hatte. Sie erzählt, ein angeblicher Lieferant habe ein teures Geschenk für sie abgeben wollen und angekündigt, später wiederzukommen. Sie wirkt beunruhigt und sagt sinngemäß, man habe sie vielleicht umbringen wollen. Gegen 18:30 Uhr fragt eine Männerstimme außerhalb des Bildes, ob sie Valeria sei. Sie bejaht, schaltet das Mikrofon aus – Sekunden später fallen Schüsse. Valeria Márquez stirbt noch am Tatort, der Täter flieht auf einem Motorrad.
Die Staatsanwaltschaft Jalisco ermittelt nach dem Protokoll für Feminizide. Im Juni 2025 setzte das US-Finanzministerium einen mutmaßlichen Anführer des Kartells CJNG, Ricardo Ruiz Velasco („El Doble R“), auf seine Sanktionsliste und nannte ihn einen Hauptverdächtigen; die Behörden in Jalisco erklärten, ihnen lägen dazu keine Beweise vor. Ende Juli 2026 erklärte Mexikos Sicherheitsminister Omar García Harfuch, Auftraggeber sei mutmaßlich Francisco „N“, Valerias Ex-Partner und Sohn des am 30. Juli festgenommenen CJNG-nahen Anführers Ramón Álvarez Ayala („R1“). Francisco soll sie mehrfach bedroht haben; er ist flüchtig und bestreitet die Vorwürfe. Am 1. August 2026 nahmen Ermittler mit Unterstützung von Armee und Nationalgarde Iván Martín „N“ fest, der als unmittelbar beteiligter Mittäter vor, während und nach der Tat mitgewirkt haben soll. Ein Richter ordnete am 5. August Untersuchungshaft an. Nach weiteren Beteiligten wird gefahndet.
Der Fall wurde in Mexiko zum Symbol für die alltägliche Gewalt gegen Frauen: Laut UN werden im Land täglich rund zehn Frauen und Mädchen getötet.