Der Koffermord von Bali – Der Fall Sheila von Wiese-Mack
The St. Regis Bali Resort, Nusa Dua, Bali · Indonesien · 2014
Fallbeschreibung
Am 12. August 2014 entdeckt Hotelpersonal vor dem Luxusresort St. Regis in Nusa Dua auf Bali Blutflecken an einem Koffer im Kofferraum eines Taxis. Der Fahrer bringt ihn zur Polizei – darin liegt die Leiche der 62-jährigen Sheila von Wiese-Mack aus Oak Park bei Chicago.
Sheila von Wiese-Mack, geboren am 10. Juni 1952, war eine wohlhabende Witwe aus Oak Park. Sie war mit ihrer 19-jährigen Tochter Heather nach Bali gereist, wo kurz darauf auch Heathers Freund Tommy Schaefer eintraf. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter galt seit Jahren als zerrüttet; die Polizei in Oak Park war zuvor Dutzende Male wegen Streitigkeiten zum Haus der Familie gerufen worden. Am Vortag zeigten Überwachungskameras einen Streit zwischen Sheila und Schaefer in der Hotellobby.
Die Obduktion ergab schwere Schläge auf Kopf und Gesicht. Heather Mack, damals schwanger, und Schaefer wurden am Tag nach dem Fund in einem nahe gelegenen Hotel festgenommen. Ihre Behauptung, Räuber hätten die Mutter getötet, widerlegten Zeugen und Spuren. Im April 2015 verurteilte ein Gericht in Denpasar Schaefer, der die Tötung zugab, zu 18 Jahren Haft und Mack wegen Beihilfe zu zehn Jahren. Ihre Tochter Stella kam im Gefängnis zur Welt.
Mack wurde im Oktober 2021 vorzeitig entlassen und bei ihrer Ankunft in den USA festgenommen. Sie bekannte sich der Verschwörung zum Mord an einer US-Bürgerin schuldig und erhielt am 17. Januar 2024 in Chicago 26 Jahre Haft. Schaefer kam im Februar 2026 nach rund elf Jahren frei, wurde abgeschoben und noch auf dem Flug in die USA vom FBI festgenommen. Vor einem Bundesgericht in Chicago plädierte er auf nicht schuldig; Richter Matthew Kennelly lehnte im August 2026 eine Freilassung auf Kaution ab. Der Prozessbeginn wurde auf den 15. März 2027 verschoben.
Der „Bali Suitcase Murder“ beschäftigt damit seit über zehn Jahren Gerichte in zwei Ländern.