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Tod nach der Schönheits-OP – Der Fall Sexy Cora

Alster-Klinik, Rothenbaumchaussee, Hamburg-Rotherbaum; verstorben im UKE Hamburg-Eppendorf · Deutschland · 2011

Gelöst#Deutschland#Hamburg#Big Brother#Schönheits-OP#Prominente#Gerichtsurteil
Death by Fame · Film & TV

Teilnehmerin der zehnten „Big Brother“-Staffel (2010), Erotikdarstellerin und Sängerin, 2010 auf der Venus als beste Amateurdarstellerin ausgezeichnet. Gestorben im Alter von 23 Jahren.

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Fallbeschreibung

Es sollte ein Routineeingriff werden. Am 11. Januar 2011 legt sich Carolin Wosnitza in einer Privatklinik an der Hamburger Rothenbaumchaussee auf den OP-Tisch. Ganz Deutschland kennt die 23-Jährige als „Sexy Cora“. Es ist ihre fünfte Brustoperation, und sie wacht nicht mehr auf.

Vom Dorf bei Schwerin nach Hamburg

Geboren wird sie am 2. Mai 1987 in Berlin als Carolin Ebert. Nach der Trennung der Eltern zieht die Mutter mit der Zweijährigen aufs Land in die Nähe von Schwerin. Mit 15 zieht Carolin zu ihren Großeltern, macht die Mittlere Reife und beginnt eine Ausbildung zur Krankenschwester. Wegen einer Fehlstellung der Hüfte muss sie die Ausbildung abbrechen. 2005 zieht sie mit ihrem Freund Tim Wosnitza nach Hamburg, ein Jahr später heiraten die beiden. Er wird ihr Manager.

Der schnelle Aufstieg zu „Sexy Cora“

Was folgt, ist ein Aufstieg im Zeitraffer. Aus ersten Amateurvideos im Internet wird binnen weniger Jahre ein florierendes Geschäft mit eigener Website, Filmen und Fanartikeln. Aus Carolin wird „Sexy Cora“. Im Januar 2010 zieht sie in den Container der zehnten „Big Brother“-Staffel, und plötzlich kennt sie ein Millionenpublikum. Noch im selben Jahr nimmt sie zwei Schlagersingles auf, tritt im Sommer auf Mallorca auf, unter anderem im Bierkönig und gewinnt auf der Berliner Messe Venus den Preis als beste Amateurdarstellerin. Sie dreht sogar für Kino und Fernsehen. Beide Filme laufen erst nach ihrem Tod.

Ein Alarm, den niemand hört

Bei der Operation im Januar 2011 sollen ihre Implantate noch einmal vergrößert werden. Ihr Mann sagte später aus, es sei ihr ganz persönlicher Wunsch gewesen. Während des Eingriffs wird Carolin über längere Zeit nicht ausreichend beatmet. Ein Alarm ist stummgeschaltet. Die Narkoseärztin schaut erst auf den Monitor, als sich die Haut der Patientin verfärbt, und da zeigt er bereits eine Nulllinie. Carolin wird reanimiert und ins Universitätsklinikum Eppendorf gebracht. Neun Tage liegt sie im Koma, am 20. Januar 2011 stirbt sie an den Folgen des Sauerstoffmangels. Die Ermittlungen ergeben eindeutig: Ursache war ein Narkosefehler.

Das Urteil

Zwei Jahre später, am 5. Februar 2013, verurteilt das Landgericht Hamburg die 56-jährige Anästhesistin wegen fahrlässiger Tötung zu 14 Monaten auf Bewährung. Der Richter spricht von einem „Ausnahmeversagen“ und äußert den Verdacht, die Klinik habe an Personal und Technik gespart. Das Verfahren gegen den Chirurgen wird eingestellt. 2016 spricht das Landgericht Hamburg dem Witwer in einem Zivilverfahren zwischen 140.000 und 824.000 Euro Schadenersatz und Unterhalt zu.

Was bleibt

Carolin Wosnitza liegt auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg begraben. Ihr Leben spielte sich in der Öffentlichkeit ab, und ihr Körper war ihr Kapital. Gestorben ist sie an einem Fehler, der nichts mit Ruhm zu tun hatte, sondern mit einem Monitor, auf den niemand rechtzeitig sah.

Video zum Fall

Beweismittel · Quellen