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Akte 0075Mord

Die Radsportlerin und die Yogalehrerin – Der Fall Moriah „Mo“ Wilson

Maple Avenue, East Austin, Texas · USA · 2022

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Death by Fame · Sport

US-Gravel- und Mountainbike-Profi, 2022 eine der dominierenden Fahrerinnen der Gravel-Szene und Siegerin des Belgian Waffle Ride. Gestorben im Alter von 25 Jahren.

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Fallbeschreibung

Am Abend des 11. Mai 2022 wird die 25-jährige Radsportlerin Anna Moriah „Mo“ Wilson in Austin, Texas, erschossen. Die Profi-Fahrerin aus Vermont übernachtete im Haus einer Freundin an der Maple Avenue im Osten der Stadt, um sich auf das Gravel-Rennen Gravel Locos im nahen Hico vorzubereiten, bei dem sie als Favoritin galt. Kurz vor 22 Uhr fand die Freundin sie blutend und bewusstlos und wählte den Notruf. Wilson war von drei Schüssen getroffen worden.

Moriah Wilson, geboren am 18. Mai 1996, war ehemalige Ski-Rennläuferin und Ingenieurin mit Abschluss am Dartmouth College. Sie arbeitete zunächst für den Fahrradhersteller Specialized, ehe sie Vollzeitprofi wurde. 2022 gehörte sie zu den dominierenden Fahrerinnen der US-Gravel-Szene; zwei Wochen vor ihrem Tod hatte sie den Belgian Waffle Ride in Kalifornien gewonnen.

Am Tag der Tat war sie mit dem Gravel-Profi Colin Strickland schwimmen und essen gewesen. Mit ihm hatte sie im Herbst 2021 eine kurze Beziehung gehabt, als er von seiner Partnerin, der Yogalehrerin Kaitlin Armstrong, getrennt war. Strickland setzte Wilson am Abend ab; die Polizei schloss ihn als Verdächtigen aus. Überwachungskameras zeigten Armstrongs schwarzen Jeep kurz vor der Tat in der Nähe des Hauses, eine Patronenhülse passte zu ihrer Pistole. Als am 17. Mai ein Haftbefehl wegen Mordes erging, hatte die 34-Jährige Austin bereits am 14. Mai per Flugzeug verlassen.

Mit dem Pass ihrer Schwester flog Armstrong am 18. Mai von Newark nach Costa Rica, färbte und kürzte ihre Haare, ließ eine Schönheitsoperation an der Nase vornehmen und lebte unter falschem Namen. Nach 43 Tagen auf der Flucht wurde sie am 29. Juni 2022 in einem Hostel in Santa Teresa festgenommen. Kurz vor Prozessbeginn entkam sie im Oktober 2023 bei einem Arzttermin für kurze Zeit ihren Bewachern. Am 16. November 2023 sprachen die Geschworenen in Travis County sie des Mordes schuldig und verhängten am Folgetag 90 Jahre Haft; frühestens nach 30 Jahren kann sie auf Bewährung freikommen. Das Berufungsgericht Third Court of Appeals bestätigte das Urteil am 23. Januar 2026.

Wilsons Familie gründete 2023 die Moriah Wilson Foundation. Im Juni 2024 sprach ein Gericht den Eltern per Versäumnisurteil 15 Millionen US-Dollar Schadensersatz zu, weil Armstrong auf die Zivilklage nicht reagiert hatte. Netflix veröffentlichte am 3. April 2026 die Dokumentation „The Truth and Tragedy of Moriah Wilson“. Der Fall erschütterte die internationale Radsportszene.

Video zum Fall

Beweismittel · Quellen