Der Tod einer Hollywood-Ikone mit offenen Fragen – Der Fall Marilyn Monroe
Brentwood, Los Angeles · USA · 1962
Weltberühmte US-Schauspielerin und Filmikone der 1950er Jahre, bekannt aus Manche mögen es heiß und Blondinen bevorzugt. Gestorben im Alter von 36 Jahren.
Alle Fälle der Sektion →Fallbeschreibung
Am Abend des 4. August 1962 starb die Schauspielerin Marilyn Monroe, geboren als Norma Jeane Mortenson, im Alter von 36 Jahren in ihrem Haus am 12305 Fifth Helena Drive im Stadtteil Brentwood in Los Angeles. Es war das erste Haus, das sie allein gekauft hatte; der Kauf fiel auf Anfang 1962, eingezogen war sie im März — nur ein halbes Jahr vor ihrem Tod.
Gefunden wurde sie in den frühen Morgenstunden des 5. August. Die Haushälterin Eunice Murray sah nach ihren damaligen Angaben zwischen 3:00 und 3:30 Uhr Licht unter der verschlossenen Schlafzimmertür und erhielt keine Antwort. Sie verständigte Monroes Psychiater Ralph Greenson, der ein Fenster einschlug und die Schauspielerin leblos vorfand. Nach Angaben der Beteiligten standen leere Medikamentenfläschchen neben dem Bett. Murrays Zeitangaben änderten sich in späteren Interviews mehrfach — sie gehören zu den bis heute strittigen Punkten des Falls.
Die Obduktion nahm der stellvertretende Gerichtsmediziner Thomas Noguchi am 5. August vor. Im Blut wurden 4,5 mg% Pentobarbital (Nembutal) und 8 mg% Chloralhydrat nachgewiesen, in der Leber zusätzlich 13 mg% Pentobarbital. Äußere Verletzungen fand Noguchi nicht. Als Todesursache stellte er eine akute Barbituratvergiftung fest. Chefgerichtsmediziner Theodore Curphey stufte den Fall am 17. August 1962 offiziell als probable suicide ein, also als wahrscheinlichen Suizid. Ein psychologisches Gutachten eines Teams des Los Angeles Suicide Prevention Center stützte diese Einordnung und verwies auf frühere Überdosierungen, bei denen Monroe jeweils Hilfe gerufen hatte.
Die Umstände blieben umstritten. Widersprüche bei Zeitangaben, die Rolle der in jener Nacht Anwesenden und Monroes Nähe zu den Kennedy-Brüdern nährten über Jahrzehnte Spekulationen. 1982 ließ die Staatsanwaltschaft von Los Angeles County den Fall durch Assistant District Attorney Ronald H. Carroll erneut prüfen. Nach rund vier Monaten kam die Behörde im Dezember 1982 zu dem Ergebnis, es gebe keine belastbaren Hinweise auf ein Tötungsdelikt; der Tod sei ein Suizid oder eine versehentliche Überdosis gewesen. Zugleich räumte sie ein, dass faktische Widersprüche und offene Fragen bestehen blieben.
Bis heute wurde die amtliche Feststellung nicht revidiert. Belegt sind die Todesursache und der Befund wahrscheinlicher Suizid; alle darüber hinausgehenden Tatversionen sind unbewiesene Vermutungen. Der Fall gilt als Klassiker der True-Crime-Geschichte, weniger weil ein Verbrechen nachgewiesen wäre, als weil sich an ihm zeigt, wie Ruhm, Medieninteresse und eine lückenhafte Ermittlungsdokumentation eine Frage dauerhaft offenhalten können. Monroes Haus in Brentwood wurde am 26. Juni 2024 von der Stadt Los Angeles zum Historic-Cultural Monument erklärt und damit vor dem Abriss geschützt.