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VermissttUngeklärt

Der Fall Kris Kremers & Lisanne Froon

Jahr

2014

Ort

Boquete, Chiriquí

Land

Panama

Status

Ungeklärt

Opfer

Kris Kremers, Lisanne Froon

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Fallbeschreibung

Kris Kremers, 21, und Lisanne Froon, 22, sind zwei Freundinnen aus Amersfoort in den Niederlanden. Kris studiert Kulturpädagogik in Utrecht, Lisanne hat gerade ihr Studium in Angewandter Psychologie abgeschlossen. Gemeinsam sparen sie sechs Monate lang und reisen am 15. März 2014 nach Panama – um Spanisch zu lernen, freiwillig mit Kindern zu arbeiten und das Leben zu feiern. Am 29. März kommen sie in Boquete an und ziehen bei einer Gastfamilie ein. Am 1. April 2014 gegen 11 Uhr verlassen sie das Haus zu einer kurzen Wanderung auf dem El-Pianista-Trail, begleitet vom Hund der Familie. Sie kehren nicht zurück.

Als die Frauen am nächsten Morgen ein vereinbartes Treffen mit einem Reiseleiter verpassen, beginnt die Suche. Ihre Eltern reisen aus den Niederlanden an, Hundestaffeln und Ermittler durchkämmen tagelang den Regenwald – ohne Ergebnis. Zehn Wochen lang fehlt jede Spur. Am 14. Juni 2014 gibt eine Frau aus dem Dorf Alto Romero Lisannes blauen Rucksack bei der Polizei ab, den sie am Ufer des Culubre-Flusses gefunden haben will. Im Inneren befinden sich beide Handys, Lisannes Canon-Kamera, Bargeld, Sonnenbrillen und weitere persönliche Gegenstände – alles in gutem Zustand.

Was die Ermittler dann auf den Geräten finden, lässt mehr Fragen offen als Antworten. Die Handydaten zeigen: Ab 16:39 Uhr des 1. April wurden 77 Notrufe versucht – keiner kam durch. Kremers' iPhone wird bis zum 11. April mehrfach eingeschaltet, jedoch nie mit dem richtigen PIN entsperrt. Die Kamera enthält neben harmlosen Tageslichtfotos vom Aussichtspunkt eine zweite Bildserie: 90 Aufnahmen, aufgenommen in der Nacht vom 7. auf den 8. April, zwischen 1 und 4 Uhr morgens – tief im Dschungel, in fast völliger Dunkelheit. Zu sehen sind Gegenstände auf Felsen, Plastiktüten, ein Spiegel, Toilettenpapier – und einmal der Hinterkopf von Kris Kremers, aus dem Blut austritt.

Im August 2014 werden in der Nähe des Fundorts erste Knochen entdeckt: ein Fuß noch im Wanderschuh, ein Beckenknochen. Insgesamt werden 33 weit verstreute Knochenfragmente sichergestellt – per DNA eindeutig Kris und Lisanne zugeordnet. Zusammen decken sie weniger als 10 Prozent ihrer Körper ab. Auffällig: Lisannes Knochen zeigen natürliche Verwesung, Kris' Knochen sind auffällig gebleicht und weisen laut einem panamaischen Forensiker keinerlei Tier- oder Schnittspuren auf.

Die panamaischen Behörden schließen den Fall im März 2015 mit dem Urteil ab: Unfall. Beide Frauen seien wohl nach einem Sturz in den Regenwald geraten und ums Leben gekommen. Niederlandische Ermittler kommen zu ähnlichen Schlüssen. Doch das Telefonverhalten, die nächtlichen Fotos, der Zustand der Knochen und schwerwiegende Ermittlungsfehler – dokumentiert in den 3.000 Seiten starken Gerichtsakten, erstmals 2024 ausgewertet – lassen Zweifel. Was Kris Kremers und Lisanne Froon in jenen letzten Nächten erlebt haben, ist bis heute ungeklärt.

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Quellen

Öffentliche Quellen und weiterführende Links zum Fall

Zuletzt aktualisiert: 20.05.26