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Cold CasetUngeklärt

Der Tote in der Tasche: Der Fall Gareth Williams

Jahr

2010

Ort

Pimlico, London

Land

Großbritannien

Status

Ungeklärt

Opfer

Gareth Wyn Williams

GroßbritannienCold CaseUngelöstLondonGeheimdienstCCTV

Fallbeschreibung

Gareth Wyn Williams ist ein mathematisches Genie. Aufgewachsen in Valley, Anglesey, Wales, schließt er sein Universitätsstudium mit 17 Jahren mit Auszeichnung ab, promoviert mit 21 und beginnt 2001 bei GCHQ, dem britischen Abhördienst in Cheltenham. 2009 wird der ruhige, introvertierte Codeknacker zu MI6 nach London abgeordnet – ein Schritt, der ihm sichtlich missfällt. Er hasst die Karrierekultur beim Geheimdienst und hat bereits beantragt, im September 2010 nach Cheltenham zurückzukehren. Dazu kommt es nicht mehr.

Am 23. August 2010 betreten Polizisten Gareth Williams' Wohnung in Pimlico – einer Sicherheitsdienstwohnung des britischen Geheimdienstes. Was sie im Badezimmer vorfinden, ist eine Szene, die mehr nach Spionageroman als nach Wirklichkeit klingt: In der Badewanne steht eine rote North-Face-Sporttasche, von außen mit einem Vorhängeschloss gesichert. Der Schlüssel liegt im Inneren – unter Gareth Williams' nacktem, zusammengekrümmtem Leichnam. Er ist seit schätzungsweise zehn Tagen tot. Die Heizung läuft auf Hochtouren, mitten im August. Auf der Tasche, dem Schloss, den Reißverschlüssen oder der Badewanne findet sich nicht ein einziger Fingerabdruck.

Die Ermittlungen stoßen von Anfang an auf außergewöhnliche Hindernisse. MI6 meldet Williams' Abwesenheit tagelang nicht – erst als seine Schwester den Dienst kontaktiert, schlägt man nach fünf Stunden Verzögerung Alarm. Ermittler werden vom Verhör der Geheimdienstkollegen ausgeschlossen. Neun USB-Sticks aus Williams' Büro werden monatelang zurückgehalten. Die Haustür wird vor der forensischen Untersuchung ausgetauscht. Kein Motiv, keine DNA eines Täters, kein Beweis für einen Kampf.

Der Leichenbeschauer urteilt 2012: Williams' Tod war „unnatürlich und wahrscheinlich kriminell herbeigeführt." Die anschließende Polizeiuntersuchung kommt zu einem anderen Schluss: „wahrscheinlich ein Unfall." Bis heute ist unklar, was wirklich geschah. Fest steht: Williams arbeitete an der Verfolgung russischer Geldwäschenetzwerke und soll die Identität eines russischen Spions innerhalb von GCHQ gekannt haben. Ein ehemaliger KGB-Offizier behauptet, der russische Auslandsnachrichtendienst SVR habe ihn mit einem nicht nachweisbaren Gift getötet. Die BBC-Serie „London Spy" wurde lose nach diesem Fall gestaltet. Eine abschließende forensische Überprüfung 2021–2024 brachte keine neuen Erkenntnisse. Der Fall bleibt offen.

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Quellen

Öffentliche Quellen und weiterführende Links zum Fall

Zuletzt aktualisiert: 19.05.26