Der Cold Case von Chapel Hill – Der Fall Faith Hedgepeth
Jahr
2012
Ort
Chapel Hill, North Carolina
Land
USA
Status
Aufgeklärt
Opfer
Faith Hedgepeth
Fallbeschreibung
In der Nacht zum 7. September 2012 kehrt die 19-jährige UNC-Chapel-Hill-Studentin Faith Hedgepeth gemeinsam mit ihrer Mitbewohnerin Karena Rosario von einem Nachtclubbesuch in ihre gemeinsame Wohnung nahe dem Campus zurück. Gegen 4:25 Uhr verlässt Rosario die schlafende Faith erneut, um zu ihrem Freund zu fahren. Als sie gegen 11 Uhr gemeinsam mit einer Freundin, Marisol Rangel, zurückkehrt, findet sie Faith tot in ihrem Bett – die junge Frau wurde mit einer leeren Spirituosenflasche erschlagen und erlitt schwere Schädelfrakturen sowie Schnittverletzungen im Gesicht.
Faith, Mitglied des Haliwa-Saponi-Indianerstammes aus Warren County, North Carolina, war eine engagierte Studentin, Trägerin eines Gates-Millennium-Stipendiums und wollte als Erste in ihrer Familie einen Universitätsabschluss erwerben. Am Tatort sichern Ermittler männliche DNA-Spuren, doch ein Täter kann zunächst nicht identifiziert werden. Der Fall bleibt fast ein Jahrzehnt lang ungelöst und sorgt national für Aufmerksamkeit – nicht zuletzt, weil Gewalt gegen indigene Frauen in den USA statistisch drastisch überrepräsentiert und gleichzeitig chronisch unteruntersucht ist.
Der entscheidende Durchbruch gelingt den Ermittlern über eine genetische Genealogie-Recherche: Anhand von DNA-Proben entfernter Verwandter, die Interviews gaben und freiwillig Proben abgaben, identifiziert das State Crime Lab schließlich den 28-jährigen Miguel Enrique Salguero-Olivares aus Durham als möglichen Verdächtigen. Am 14. September 2021 – zwei Tage bevor die Anklage bekanntgegeben wird – entnehmen Ermittler ihm bei einer Verkehrskontrolle wegen Trunkenheit am Steuer heimlich eine DNA-Probe, die mit Spuren aus einem Vergewaltigungskit sowie an einer Weinflasche am Tatort übereinstimmt.
Am 16. September 2021 wird Salguero-Olivares festgenommen und wegen Mordes ersten Grades angeklagt; er sitzt seither ohne Kautionsmöglichkeit in Haft. Chapel-Hill-Polizeichef Chris Blue würdigt bei der Verkündung die neunjährige, nie aufgegebene Ermittlungsarbeit seiner Behörde. Der Prozess verzögert sich jedoch erheblich: Erst 2026 – fast 14 Jahre nach der Tat – plädiert Salguero-Olivares vor Gericht auf nicht schuldig, der Fall gilt damit forensisch als aufgeklärt, eine rechtskräftige Verurteilung steht zum aktuellen Stand jedoch noch aus.
Der Fall Faith Hedgepeth zählt zu den bekanntesten Cold Cases der jüngeren US-amerikanischen Kriminalgeschichte und gilt als Paradebeispiel dafür, wie forensische Genealogie jahrzehntealte ungelöste Mordfälle doch noch aufklären kann.
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Quellen
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Zuletzt aktualisiert: 07.09.26