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Akte 0066Mord

Erschossen vor dem Haus seiner Mutter – Der Fall Einár

Hammarby Sjöstad, Stockholm · Schweden · 2021

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Death by Fame · Musik

Schwedischer Rapper mit mehreren Nummer-eins-Erfolgen wie Katten i trakten und zweifacher Grammis-Gewinner 2020 (Newcomer des Jahres, Hip-Hop des Jahres). Gestorben im Alter von 19 Jahren.

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Fallbeschreibung

Am späten Abend des 21. Oktober 2021 wird der 19-jährige Rapper Nils Grönberg, bekannt als Einár, im Stockholmer Stadtteil Hammarby Sjöstad auf offener Straße erschossen. Gegen 22:50 Uhr meldeten Anwohner Schüsse. Die Polizei fand den Musiker tot auf der Straße vor dem Wohnhaus, in dem auch seine Mutter, die Schauspielerin Lena Nilsson, lebte. Zeugen sahen eine oder mehrere Personen vom Tatort flüchten; die Polizei sprach von einer Hinrichtung aus nächster Nähe.

Einár, geboren am 5. September 2002 in Stockholm, war in kürzester Zeit zu einem der erfolgreichsten Rapper Schwedens aufgestiegen. Seine Single „Katten i trakten“ erreichte Anfang 2019 Platz eins der Charts, ebenso die Alben „Första klass“ und „Nummer 1“. 2020 gewann er zwei Grammis, darunter als Newcomer des Jahres. Zugleich bewegte er sich im Umfeld krimineller Netzwerke und war wegen kleinerer Delikte vorbestraft.

Im April 2020 wurde Einár von Mitgliedern des Vårbynätverket, einer Bande aus dem Süden Stockholms, entführt, über Stunden mit Waffen bedroht, ausgeraubt und gedemütigt; Fotos davon wurden im Netz verbreitet. Der Rapper Yasin wurde dafür im Juli 2021 wegen Vorbereitung zur Entführung zu zehn Monaten Haft verurteilt; das Berufungsgericht Svea hovrätt bestätigte das Strafmaß im Februar 2022. Einár lebte danach unter Drohungen und mit geschützten Personendaten. In der Woche nach seinem Tod hätte er im Berufungsprozess vor dem Svea hovrätt gegen das Netzwerk als Geschädigter aussagen sollen, nachdem er in erster Instanz nicht ausgesagt hatte.

Die Polizei führte allein im ersten Jahr fast 350 Vernehmungen und sicherte DNA-Spuren und Bildmaterial. Medienberichten zufolge glaubten die Ermittler zu wissen, welche Mitglieder einer kriminellen Gruppe hinter der Tat standen, die Beweise reichten jedoch nie für eine Festnahme; die Tatwaffe wurde nicht gefunden. Im Juni 2023 erklärte der zuständige Staatsanwalt, man komme nicht weiter und das Risiko sei hoch, dass der Mord ungeklärt bleibe. Seitdem führt die Polizei den Fall als Cold Case; eine Anklage gibt es bis heute nicht.

Der Fall gilt in Schweden als Symbol für die Verflechtung von Rap-Szene und Bandengewalt. Premierminister Stefan Löfven kondolierte am Morgen nach der Tat öffentlich. Ende November 2025 schilderte Einárs Mutter im Sveriges Radio, wie sie die Schüsse hörte und ihrem sterbenden Sohn auf der Straße beistand.

Video zum Fall

Beweismittel · Quellen