Rätselhafter Tod in den Hollywood Hills – Der Fall Brittany Murphy
Rising Glen Road, Hollywood Hills, Los Angeles, Kalifornien · USA · 2009
US-Schauspielerin, bekannt aus Clueless, Durchgeknallt, 8 Mile, Uptown Girls und Sin City sowie als Stimme von Luanne in King of the Hill. Gestorben im Alter von 32 Jahren.
Alle Fälle der Sektion →Fallbeschreibung
Am Morgen des 20. Dezember 2009 bricht die Schauspielerin Brittany Anne Murphy-Monjack, bekannt als Brittany Murphy, im Badezimmer ihres Hauses an der Rising Glen Road in den Hollywood Hills von Los Angeles zusammen. Die 32-Jährige, bekannt aus „Clueless“, „Durchgeknallt“ und „8 Mile“, wird wenig später im Cedars-Sinai Medical Center für tot erklärt.
Gegen 8 Uhr ging der Notruf aus dem Anwesen ein, das Murphy 2003 von Britney Spears gekauft hatte und mit ihrem Ehemann, dem britischen Drehbuchautor Simon Monjack, bewohnte. Sie hatte zuvor mehrere Tage an grippeähnlichen Symptomen gelitten. Kurz nach 10 Uhr stellten die Ärzte ihren Tod fest.
Das Los Angeles County Coroner’s Office kam im Februar 2010 zu dem Ergebnis, dass Murphy an einer Lungenentzündung starb, verschärft durch eine Eisenmangelanämie und eine Mehrfachintoxikation durch Medikamente. Im Blut fanden sich erhöhte Werte von Hydrocodon, Paracetamol und Chlorphenamin sowie L-Methamphetamin, ein Wirkstoff rezeptfreier Nasensprays – Mittel, die offenbar gegen eine Erkältung eingenommen wurden. Illegale Drogen wurden nicht nachgewiesen. Die Todesart wurde als Unfall eingestuft. Am 23. Mai 2010 wurde Simon Monjack im selben Haus tot aufgefunden; laut Gerichtsmedizin starb auch er an akuter Lungenentzündung und schwerer Anämie.
Die Parallelen beider Todesfälle nährten zahlreiche Theorien. Die Vermutung, giftiger Schimmel im Haus sei verantwortlich, wies die Gerichtsmedizin zurück; belegt ist sie nicht. 2013 präsentierte Murphys Vater Angelo Bertolotti eine privat beauftragte Haaranalyse, die erhöhte Schwermetallwerte auswies, und sprach von gezielter Vergiftung. Unabhängige Toxikologen kritisierten Methodik und Referenzwerte des Labors; eine Vergiftung ist nicht nachgewiesen, die Behörden rollten den Fall nicht neu auf. Die zweiteilige HBO-Max-Dokumentation „What Happened, Brittany Murphy?“ (2021) richtete den Blick zudem auf Monjack: Weggefährten schildern darin, er habe Murphy kontrolliert und von ihrem Umfeld abgeschirmt – Aussagen aus ihrem Umfeld, kein amtlicher Befund.
Amtlich gilt der Tod von Brittany Murphy als tragischer Unfall. Dennoch bleibt der Fall einer der meistdiskutierten Hollywood-Todesfälle: Zwei Menschen sterben binnen fünf Monaten im selben Haus an nahezu identischen Ursachen. Die Geschichte wirft bis heute Fragen nach Kontrolle in Beziehungen, dem Druck der Filmbranche auf junge Schauspielerinnen und der Gefahr unbehandelter Erkrankungen auf.